BERUF & VERBAND


Gesellen- und Meisterstück


Die Gesellenprüfung beinhaltet neben der theoretischen Kenntnisprüfung und praktischen Arbeitsprobe auch das eigenständige Planen und Herstellen eines sogenannten Gesellenstücks. Auch bei der Meisterprüfung ist ein Meisterstück Voraussetzung. In beiden Fällen zeigt sich, wer sich bereits lange vor dieser Prüfungszeit um ein „Was“ und „Wie“ Gedanken gemacht hat. Nicht selten scheitert eine gute Idee an zu wenig Planungsaufwand. Hier möchten wir Ihnen drei gute Beispiele präsentieren, die sich nicht nur durch hervorragende handwerkliche Verarbeitung auszeichnen, sondern bei denen sich die Prüflinge durch gute Vorarbeit ausgezeichnet haben.


Spieltisch
Gesellenstück von Felix Beiersdörfer


Felix Beiersdörfer, ausgebildet in der Firma HABA und Drechslerei Schweizer, beschreibt sein Stück wie folgt:

„Da wir in unserer Familie gerne spielen, u. a. auch Brettspiele, kam mir die Idee, einen kompletten Spieltisch zu entwerfen. Dabei sollten die Spielfelder leicht wegzuräumen sein und die Spielfiguren nicht im ganzen Raum verteilt liegen. Deshalb kam mir der Gedanke, die Spielbretter in einem runden Korpus zu versenken und die Spielfiguren in Schubkästen zu räumen, welche in diesem eingearbeitet sein sollten. Als die Verwendung definiert war, ging es für mich an die Arbeit, als Erstes eine Form zu entwerfen. Die Form sollte nicht überladen sein und modern aussehen.
Der nächste Schritt war nun die Skizzierung der Form. Anschließend überlegte ich mir diverse Sachen, wie z. B. die Schubkastenführung, die Verbindung oder die Holzart. Als dann alles so weit war, bestimmte ich noch die Maße und machte die Fertigungszeichnung. Nun ging es an die Durchführung in der Werkstatt. Bis das Werkstück komplett fertig war, vergingen einige Stunden. Ich hoffe, dass mein Spieltisch in unserer Familie Anwendung findet und uns viel Spaß bereitet.“

Felix Beiersdörfer

 

 

Felix Beiersdörfer überzeugte bei seinem sehr aufwendigen Gesellenstück durch einwandfreie handwerkliche Verarbeitung. Umfangreiche Techniken setzte er bei seiner Herstellung ein: Handdrehen, Drehen mit dem Support und auch CNC-Fräsen nützte Felix je nach Bedarf der Einzelteile fachgerecht aus. Schach, Mühle, Vier-Gewinnt und Solitär können gespielt werden.
Die Tischplatte ist herausnehmbar. Darunter befinden sich die beiden Spielbretter. Die Tischplatte wird herumgedreht und das gewünschte Spielbrett kann eingelegt werden. Die Spielsteine befinden sich jeweils in zwei kleinen Schubladen unter den Spielbrettern. Jeder Spielstein hat seinen Ort. Die Maserung der Schubladenvorderstücke läuft durch und wurde mit überdreht. Felix ist nicht nur ein sehr guter Drechsler, sondern auch ein guter Skispringer: Also beim Skispringen in der Sportschau auf den Namen Felix Beiersdörfer achten.

 

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In DrechslerMagazin Ausgabe 17 / Winter 2011 finden Sie neben dem Gesellenstück von Felix Beiersdörfer auch eine gedrechselte Klarinette von Julia Müller und das Meisterstück „Spielekugel“ von Benjamin Harrant.

 

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