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Ausstellung historischer Drechselkunst in Nürnberg
Das Nürnberger Drechslergenie Johann Engelhardt Herrmann Saueracker und seine Suche nach dem Schönen in der Drechslerkunst

Von klein auf wollte er nur eines werden: Drechsler. Johann Engelhardt Herrmann Saueracker, der 1855 geborene Sohn eines Nürnberger Nachtlichtfabrikanten, weigerte sich im Alter von acht Jahren, auf das Gymnasium zu gehen, weil er stattdessen lieber eine Drechslerlehre antreten wollte. Und er setzte sich durch, absolvierte die Lehre, arbeitete zunächst als Geselle, bevor er für zwei Jahre auf Wanderschaft ging. Sie führte ihn nach Preßburg, Dresden, Berlin, Bremen und Düsseldorf. Zurück in Nürnberg blieben die ersten Erfolge nicht aus. Für seinen Arbeitgeber Meister Schmetzer fertigte er 1882 alleine alle Ausstellungsarbeiten für die Bayerische Landes-, Industrie-, Kunst- und Gewerbeausstellung an und holte damit für seinen Meister die Bronzemedaille. Er selbst bekam als Belohnung für seine Arbeiten vom „Vater meines Meisters ... eine Mark“, wie er stolz in seinen Lebenserinnerungen erwähnt.

 

 

Handwerkerstolz
Überhaupt mangelte es Johann Engelhardt Herrmann Saueracker nicht an Selbstbewusstsein. Nicht nur, dass er einen knapp dreißigseitigen maschinenschriftlichen Rückblick auf sein Leben verfasste und mit Bildern von seinen Arbeiten und aus der Familiengeschichte illustrierte; seine Objekte beschriftete er akribisch mit Datum, Widmung und sehr oft auch einem selbstgedichteten, das Handwerk verherrlichenden Spruch. Die Familienmitglieder bekamen zu ihren Ehrentagen handgedrechselte Arbeiten geschenkt: Serviettenhalter zur Hochzeit seiner Tochter Elise oder eine Turmdose mit seinem Portraitfoto für Sohn Max zum 41. Geburtstag. Für die von ihm hoch verehrte Nürnberger Drechsler-Innung stellte er ein Gedenkbuch zu seinem 80. Geburtstag zusammen.

 

Sie möchten weiterlesen?

In DrechslerMagazin Ausgabe 34 / Frühjahr 2016 finden Sie den kompletten Bericht.

 

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