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Guillochieren
Eine fast vergessene Technik
 

Mit dem französischen Wort „Guilloche“ werden Gravuren in den Oberflächen unterschiedlichster Materialien bezeichnet. Auch in der Drechslerei hat sich diese Technik seit dem 17. Jahrhundert weiterentwickelt. Traditionell werden Guillochen mit einem separat angetriebenen Stichel eingefräst. Früher wurde dieser noch per Fußpedal angetrieben, heute stehen uns glücklicherweise schnelldrehende Motoren zur Verfügung. Das zu dekorierende Werkstück bleibt dabei immer im Futter auf der Drehspindel. Der rotierende Frässtichel schneidet die Kreise in die Oberfläche und die Teilscheibe wird für deren Anordnung benötigt. In diesem zweiten Teil zur Technik des Guillochierens wird eine gedrechselte Dose mit dem von Jan Hovens entwickelten Guillochiergerät JaHo dekoriert.

 

 

Bei dem Guillochiergerät JaHo wird der Frässtichel anstatt des Werkstücks auf der Spindel der Drehbank aufgenommen. Das fertig gedrechselte Werkstück wird vorab samt Spannfutter von der Drehbank genommen und auf die Aufnahme des Guillochiergeräts geschraubt. Dabei ist es wichtig, dass das zu gestaltende Werkstück im Spannfutter bleibt, um Ungenauigkeiten und Versätze zu vermeiden. Das Guillochiergerät hat keine Teilscheibe mit Arretierlöchern, sondern einen Drehtisch mit einem 360°-Teilapparat. Anstatt mit einem Stift in vorgegebene Löcher zu arretieren (Bild C), kann man hier nun beliebig eine bestimmte Zahl an Graden verdrehen. Dies möchte ich im folgenden Anwendungsbeispiel genauer erklären. Um verschieden große Durchmesser fräsen zu können, benutzt das JaHo-Gerät einen verstellbaren „Ausdrehkopf“. In diesen kann man in eines der zwei Aufnahmelöcher die Frässtichel stecken und mit einer Madenschraube sichern. Der vordere Teil des Ausdrehkopfes kann dann durch Verdrehen einer Inbusschraube stufenlos seitlich verstellt werden. Eine Skalierung in Millimetern gibt hier Auskunft über den Verstellweg. So kann die spätere Größe der zu fräsenden Kreise definiert werden. Ein weiteres Loch an der Seite des Drehkopfs dient für die Aufnahme von Sticheln für die Bearbeitung der Wandungsaußenseite des Werkstücks ...

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In DrechslerMagazin Ausgabe 29 / Winter 2014 lesen Sie den kompletten Artikel über diese alte und sehr spezielle Drechseltechnik.

 

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