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The Britain Legend
Schalendrehbank VB 36
 

Die VB 36 ist ein echter Klassiker unter den Drechselmaschinen. Nun hat das Traditionsunternehmen „Drechselzentrum Erzgebirge – Steinert“ den Vertrieb übernommen. Die Herstellung übernimmt fortan die Firma WEMA. Um herauszufinden, ob das im Sinne der Drechsler ist, bin ich für ein paar Tage ins Erzgebirge gereist und habe die „VB 36 by Steinert“ einem umfangreichen Test unterzogen. Der Grundstein für das heutige Drechselzentrum wurde 1931 von Helmut Steinert gelegt, als dieser eine kleine Drechslerei im Hause seiner Eltern gründete. Im Jahre 1936 kaufte er dann das Grundstück, auf dem heute das Drechselzentrum steht, das 1990 von seinem Sohn Rolf und dessen Frau Christiane gegründet wurde. In den folgenden Jahren machte sich Steinert einen Namen mit dem Verkauf von hochwertigen Drechselbänken und deren Zubehör. Im Jahr 2008 übernahm Rolf Steinerts Sohn Roland die Geschäftsleitung des Drechselzentrums, das im Jahr 2012 in ein neues Firmengebäude umgezogen ist, um den stark gestiegenen logistischen Aufgaben gerecht zu werden. Im Jahr 2013 entschied man sich dann dazu, Verkauf und Produktion der Kultmaschine VB 36 zu übernehmen.
 

 


Auf den ersten Blick sieht die VB 36 aus, wie man sie von Bildern kennt. Martin Steinert erteilte mir eine kleine Einweisung und wies darauf hin, welche Details sich bereits geändert haben bzw. noch ändern werden. Ich bin mir zwar sicher, dass die meisten unserer Leser die VB 36 kennen, da jedoch die wenigsten schon an ihr gearbeitet haben, will ich die Maschine mit all ihren Details ausführlich vorstellen. Die VB 36 ist eine sogenannte Kopfdrechselbank, was bedeutet, dass sie kein Bankbett besitzt, sondern im Grunde nur aus dem Spindelkasten samt Unterbau besteht. Dies prädestiniert sie zum Drechseln von Schalen und anderen Hohlformen. Für große Projekte muss sie unbedingt im Boden verankert werden, was auch vom Hersteller so vorgesehen ist. Der Spindelkasten beherbergt den Antriebsmotor mit 2,2 kW. Das Drehmoment wird durch Poly-V-Riemen übertragen, von denen sich gleich vier auf der Welle befinden. Zwei von ihnen befinden sich im ständigen Einsatz, zwei dienen als Ersatz. Die kleinste Übersetzung liefert 50 bis 500 U/min und bringt das größte Drehmoment auf die Welle. Bei meinem Test zeigte sich, dass dies selbst für schwere Arbeiten mehr als ausreichend ist. Wahlweise kann man nur den breitesten Riemen oder zusätzlich den schmalen verwenden, um eine optimale Kraftübertragung zu erreichen. Die mittlere Übersetzung liefert Drehzahlen im Bereich 150 bis 1350 U/min und bietet ausreichend Drehmoment für mittlere Arbeiten. Die größte Übersetzung eignet sich mit 250 bis 2600 Umdrehungen pro Minute für „kleine“ Projekte. Dank der großzügig dimensionierten Zugangsluke gelingt das Umlegen des Riemens schnell und ohne größere Probleme.

 

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In DrechslerMagazin Ausgabe 27 / Sommer 2014 finden Sie den kompletten Testbericht und die Bewertung von Franz Keilhofer zur Schalendrehbank VB 36.

 

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