Praxis


Drillings-Vase
Werkbericht von Ger Vervoort


Manchmal läuft man Wochen oder Monate herum und macht sich Gedanken, wie man einer bestimmten Idee Form geben könnte. Ein anderes Mal kommt man auf eine Idee, bei der sofort klar ist, wie man diese
realisieren kann. Bei dem Entwurf der Drillings-Vase kamen mir die Idee und der Lösungsansatz zur Fertigung fast gleichzeitig. Meistens gehe ich dann in die Werkstatt, suche mir ein geeignetes Stück Holz und beginne mit der Arbeit. In diesem Fall habe ich es jedoch einmal anders versucht. Seit ungefähr zwei Jahren habe ich auf meinem PC ein Zeichenprogramm, mit dem ich gerne etwas experimentiere und mit Formen spiele. Auch die Drillings-Vase habe ich zuerst mithilfe dieses Computerprogramms ausgearbeitet und dann die fertigen Zeichnungen mit in die Werkstatt genommen.


Auf den ersten Blick ist dieses Projekt nicht sonderlich schwierig zu drechseln, letztendlich sind es ja „nur“ drei einfache Vasen, die miteinander verklebt werden. Der wahre Schwierigkeitsgrad liegt jedoch in der Maßgenauigkeit und der identischen Form der Vasen, die exakt rund und genau den gleichen Durchmesser aufweisen müssen. Auch die angedrehten Flächen für die Verklebung müssen alle den gleichen Durchmesser haben. Es ist sicherlich möglich, die Kugeln von Hand zu drehen, dies erfordert jedoch sehr viel Übung und es besteht die Gefahr, dass nicht alle drei Kugeln exakt in Form oder Durchmesser miteinander übereinstimmen. Nach dem Verkleben der Segmente müssten somit die Leimfugen sehr aufwendig von Hand überarbeitet werden. Am leichtesten ist es daher, die Kugeln mit einem Kugeldrehapparat zu drechseln. Ich habe eine selbstgebaute Kugeldrehvorrichtung, mit der ich die exakte Form herstellen kann. Diese dreiteilige Vase kann in verschiedenen Ausführungen angefertigt werden. Man kann sie aus nur einer Holzart gestalten oder den Körper und den Hals aus verschiedenen Holzarten zusammensetzen. Es wäre auch möglich, jedes Teil aus einer anderen Holzart anzufertigen.