PRAXIS

 

Kometendose
Werkbericht von Ger Vervoort

 

Eine Herausforderung bei der Gestaltung und Ausführung einer Dose ist sicherlich immer die gute Passform von Deckel und Dosenkörper. Stellt man diese Verbindung mittels Gewinde her, kann die Dose sicher verschlossen werden. Auch wenn sie einmal unvorsichtig am Deckel hochgenommen wird, sind beide Teile fest verbunden. Zum Öffnen muss aber in der Regel die Dose in beide Hände genommen werden. Ist die Verbindung als Klemmverschluss ausgeführt, kann man den Deckel, je nach Passgenauigkeit und Holzbeschaffenheit von Ober- und Unterteil, mit einer Hand abheben. Für Dosen sollte aufgrund der hohen Anforderungen an die Deckel-Körper-Passung trockenes Holz verwendet werden. Aber auch in vollständig getrocknetem Holz lagern immer noch Spannungen. Ich gehe deshalb noch einen Schritt weiter und drehe die Dosenteile grob vor, lege sie anschließend ein paar Tage beiseite, damit die Spannungen im Holz abgebaut werden können.

 

 

Meine Kometendose fertige ich aus zwei unterschiedlichen Holzarten. Für Dosenkörper und Deckel verwende ich ein sehr schön gemasertes Stück Goldregen. Als Kontrast  setze ich zwischen Ober- und Unterteil zwei Ringe aus Grenadill. Dieses Holz ist nicht wie Ebenholz durchgängig schwarz, sondern weist noch Maserung auf, die sehr gut zum Charakter des Goldregens passt. Trotz der deutlichen visuellen Trennung von Ober- und Unterteil durch den Ring sollte weiter darauf geachtet werden, dass die Maserung möglichst ohne Bruch durch beide Teile läuft. Deshalb nimmt man im Berührungsbereich möglichst wenig Material weg. Mit ihren drei langen, im Dosenverlauf harmonisch auslaufenden Beinen ähnelt sie einem Kometen, der einen glühenden Schweif hinter sich herzieht ...

 

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In DrechslerMagazin Ausgabe 30 / Frühjahr 2015 finden Sie ausführliche Anleitung mit vielen weiteren detaillierten Fotos.

 

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